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29.04.2020
Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise

Kurzarbeitergeld

Viele Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer während der Corona-Krise Kurzarbeitergeld beantragen. Die Voraussetzungen für den Bezug wurden erheblich gelockert. So können Betriebe schon dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Und Arbeitgeber erhalten die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA). Außerdem kann Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer beantragt werden.

Anpassung der Lohnsteuer

Das während der Corona-Krise gezahlte Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 2a Einkommensteuergesetz-EStG). Das heißt, dass im Fall von angeordneter Kurzarbeit der Arbeitgeber die Lohnsteuer bei Arbeitnehmern automatisch an die Höhe des geminderten Gehalts anpassen muss.

Progressionsvorbehalt

Das Kurzarbeitergeld wirkt sich jedoch im Einkommensteuerveranlagungsverfahren bei der Ermittlung des maßgeblichen Einkommensteuersatzes für das Jahreseinkommen aus nichtselbstständiger Arbeit aus. Das heißt, der maßgebliche Steuersatz bemisst sich aus der Summe aus den sonstigen während des Jahres unter „normalen“ Umständen erzielten Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit und dem Kurzarbeitergeld (Progressionsvorbehalt, § 32b EStG).

Steuernachforderungen

Der maßgebliche Einkommensteuersatz bemisst sich also durch fiktive Hinzurechnung des Kurzarbeitergeldes zu den steuerpflichtigen Einkünften. Der sich dadurch ergebende höhere Steuersatz wird auf das  „Normaleinkommen“ (ohne das Kurzarbeitergeld) angewendet. Kurzarbeitergeldbezieher sollten sich daher bei der Einkommensteuerveranlagung 2020 auf Steuernachzahlungen einstellen. Denn der höhere Steuersatz wird nicht bereits beim laufenden Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber berücksichtigt, sondern erst bei der Einkommensteuerveranlagung durch das Finanzamt.

Stand: 29. April 2020

Bild: Ralf Geithe - stock.adobe.com

Kurzarbeitergeld

Viele Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer während der Corona-Krise Kurzarbeitergeld beantragen. Die Voraussetzungen für den Bezug wurden erheblich gelockert. So können Betriebe schon dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Und Arbeitgeber erhalten die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA). Außerdem kann Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer beantragt werden.

Anpassung der Lohnsteuer

Das während der Corona-Krise gezahlte Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 2a Einkommensteuergesetz-EStG). Das heißt, dass im Fall von angeordneter Kurzarbeit der Arbeitgeber die Lohnsteuer b...

18.05.2020
DWS-Gutachtendienst hilft in der Krise

DWS-Gutachtendienst hilft in der Krise

Die andauernde Pandemie stellt alle Bereiche vor große Herausforderungen. Dieser Trend macht auch vor Steuerberatungskanzleien keinen Anhalt. Viele Kanzleien werden mit unzähligen Anfragen kontaktiert und insbesondere die Beratung steht für viele Mandanten im Vordergrund. Der DWS-Gutachtendienst ist weiterhin einsatzbereit und steht Steuerberatern und Steuerberaterinnen unterstützend zur Seite. Mit unserer Hilfe lassen sich komplexe Sachverhalte auslagern. Dadurch werden Kapazitäten für andere Aufgaben frei.

DWS-Gutachtendienst hilft in der Krise

Die andauernde Pandemie stellt alle Bereiche vor große Herausforderungen. Dieser Trend macht auch vor Steuerberatungskanzleien keinen Anhalt. Viele Kanzleien werden mit unzähligen Anfragen kontaktiert und insbesondere die Beratung steht für viele Mandanten im Vordergrund. Der DWS-Gutachtendienst ist weiterhin einsatzbereit und steht Steuerberatern und Steuerberaterinnen unterstützend zur Seite. Mit unserer Hilfe lassen sich komplexe Sachverhalte auslagern. Dadurch werden Kapazitäten für andere Aufgaben frei.
20.05.2020
Deutscher Steuerberaterkongress 2020

DEUTSCHER STEUERBERATERKONGRESS 2020

Aufgrund der Corona-Krise musste der DEUTSCHE STEUERBERATERKONGRESS abgesagt werden. Einzelne Teile stellt die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) mit dem heutigen Tag aber online zur Verfügung. 

In einer Videobotschaft gibt BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab Einblicke in die berufs- und steuerrechtlichen Entwicklungen, die den Berufsstand aktuell bewegen. Die ersten Sofortmaßnahmen der Bundesregierung lobt Schwab als wichtigen Startschuss, warnt aber auch vor ziellosem Aktionismus bei neuen Maßnahmen: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass sich hier ein Flickenteppich von Fördermaßnahmen ausdehnt. Statt „Weiter so!“ ist es doch nun an der Zeit, echte Konzepte zu entwickeln, wie dieses Land zurück zur alten Stärke gelangt.“ Dies könne laut Schwab über eine Ausdehnung der Verlustverrechnung erfolgen. Denn die Deckelung auf 15 Prozent ziele an der unternehmerischen Realität vorbei.

Außerdem hebt Schwab hervor, dass es dringend an der Zeit sei, die Krisentauglichkeit des Unternehmenssteuerrechts auf den Prüfstand zu stellen. Mit vereinzelten Instrumenten hilft die Politik den Unternehmen nicht aus der Krise, hier ist Systematik gefordert. Eine sogenannte negative Gewinnsteuer ist für Schwab zumindest als temporär eingesetztes Instrument denkbar: „Die Gemeinschaft würde nicht länger nur von unternehmerischen Gewinnen profitieren, sondern sich auch an unternehmerischen Verlusten beteiligen müssen. Es käme die vielzitierte Idee des Staats als „stiller Teilhaber“ zum Tragen. Ein solches Instrument könnte ggf. mit einer rückwirkenden Steuersenkung implementiert werden.“

Die Videobotschaft dreht sich aber nicht nur um das Steuerrecht in der Corona-Krise. Schwab geht auch auf weitere Herausforderungen ein, wie die Anzeigepflichten für grenzüberschreitende Steuergestaltungen und das Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen die Vorbehaltsaufgaben der Steuerberater.

Als Highlight der digitalen Fachinformationen richtet Bundesfinanzminister Olaf Scholz eine Videobotschaft an den Berufsstand. Er gibt u. a. Einblick in die Pläne der Bundesregierung zur Modernisierung der Körperschaftsteuer. Zudem nimmt BFH-Präsident Prof. Dr. h. c. Rudolf Mellinghoff in seinem digitalen Grußwort u. a. zu den Fördermaßnahmen der Bundesregierung Stellung. Er fragt, ob einzelne Sofortmaßnahmen den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen, denn auch eine partielle Steuerfreistellung wäre nicht ohne gesetzliche Grundlage möglich. Schließlich beschäftigt er sich mit dem vorrangigen Handlungsbedarf im Steuerrecht, fordert ein Sanierungssteuerrecht und schlägt vor, dass die neuen Arbeitsformen wie Home-Office, Video- und Internetnutzung durch realitätsgerecht bemessene Pauschbeträge angemessen berücksichtigt werden sollten.

Die BStBK stellt zudem die Skripte der Referenten mit wertvollen Praxishinweisen zu aktuellen Themen auf der Kongress-Website zur Verfügung. Das E-Book enthält die Vortragsunterlagen der Experten, die zum DEUTSCHEN STEUERBERATERKONGRESS als Referenten eingeladen waren. Es ist für alle Berufsträger kostenlos zugänglich und kann über die Zugangsdaten, die bei der BStBK und den Steuerberaterkammern abgefragt werden können, heruntergeladen werden.

Alle Formate sind ab heute unter www.deutscher-steuerberaterkongress.de verfügbar.

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) vertritt als gesetzliche Spitzenorganisation die Gesamtheit der bundesweit rund 99.000 Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften. Neben der Vertretung des Berufsstandes auf nationaler und internationaler Ebene wirkt die BStBK an der Beratung der Steuergesetze sowie an der Gestaltung des Berufsrechts mit. Sie fördert außerdem die berufliche Fortbildung der Steuerberater und die Ausbildung des Nachwuchses.

DEUTSCHER STEUERBERATERKONGRESS 2020

Aufgrund der Corona-Krise musste der DEUTSCHE STEUERBERATERKONGRESS abgesagt werden. Einzelne Teile stellt die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) mit dem heutigen Tag aber online zur Verfügung. 

In einer Videobotschaft gibt BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab Einblicke in die berufs- und steuerrechtlichen Entwicklungen, die den Berufsstand aktuell bewegen. Die ersten Sofortmaßnahmen der Bundesregierung lobt Schwab als wichtigen Startschuss, warnt aber auch vor ziellosem Aktionismus bei neuen Maßnahmen: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass sich hier ein Flickenteppich von Fördermaßnahmen ausdehnt. Statt „Weiter so!“ ist es doch nun an der Zeit, echte Konzepte zu entwickeln, wie dieses Land zurück zur...

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April 2020

Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise

Kurzarbeitergeld

Viele Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer während der Corona-Krise Kurzarbeitergeld beantragen. Die Voraussetzungen für den Bezug wurden erheblich gelockert. So können Betriebe schon dann Kurzarbeitergeld beantragen, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Und Arbeitgeber erhalten die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA). Außerdem kann Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer beantragt werden.

Anpassung der Lohnsteuer

Das während der Corona-Krise gezahlte Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 2a Einkommensteuergesetz-EStG). Das heißt, dass im Fall von angeordneter Kurzarbeit der Arbeitgeber die Lohnsteuer bei Arbeitnehmern automatisch an die Höhe des geminderten Gehalts anpassen muss.

Progressionsvorbehalt

Das Kurzarbeitergeld wirkt sich jedoch im Einkommensteuerveranlagungsverfahren bei der Ermittlung des maßgeblichen Einkommensteuersatzes für das Jahreseinkommen aus nichtselbstständiger Arbeit aus. Das heißt, der maßgebliche Steuersatz bemisst sich aus der Summe aus den sonstigen während des Jahres unter „normalen“ Umständen erzielten Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit und dem Kurzarbeitergeld (Progressionsvorbehalt, § 32b EStG).

Steuernachforderungen

Der maßgebliche Einkommensteuersatz bemisst sich also durch fiktive Hinzurechnung des Kurzarbeitergeldes zu den steuerpflichtigen Einkünften. Der sich dadurch ergebende höhere Steuersatz wird auf das  „Normaleinkommen“ (ohne das Kurzarbeitergeld) angewendet. Kurzarbeitergeldbezieher sollten sich daher bei der Einkommensteuerveranlagung 2020 auf Steuernachzahlungen einstellen. Denn der höhere Steuersatz wird nicht bereits beim laufenden Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber berücksichtigt, sondern erst bei der Einkommensteuerveranlagung durch das Finanzamt.

Stand: 29. April 2020

Bild: Ralf Geithe - stock.adobe.com

Betreuungsleistungen

Der Steuergesetzgeber hat bereits vor Jahren entschieden, dass Arbeitgeber zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf jedem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn bis zu € 600,00 im Kalenderjahr zur kurzfristigen Betreuung von Kindern steuerfrei zuwenden können (§ 3 Nr. 34a Buchst b Einkommensteuergesetz-EStG). Diese Regelung sollte während der Corona-Krise genutzt werden. Denn in vielen Fällen müssen Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise Überstunden machen und die Regelbetreuung der Kinder ist infolge der Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen weggefallen.

Voraussetzung

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass der zusätzliche Betreuungsbedarf aus Anlass einer zwingenden und beruflich veranlassten kurzfristigen Betreuung eines Kindes unter 14 Jahren entsteht. Für behinderte Kinder gelten weitere Ausnahmeregelungen.

Barleistungen

Barleistungen des Arbeitgebers sind nicht steuerschädlich, wenn dem Arbeitnehmer entsprechende Aufwendungen entstanden sind. Der Arbeitgeber muss die steuerfreie Leistung im Lohnkonto aufzeichnen.

Stand: 29. April 2020

Bild: fizkes - stock.adobe.com

Arbeitslosengeld II für Kleinunternehmer und Soloselbstständige

Kleinunternehmer und Soloselbstständige sind in aller Regel nicht in der Arbeitslosenversicherung versichert. Im Zuge der Corona-Krise wurde für diesen Personenkreis der Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), insbesondere dem Arbeitslosengeld II, vereinfacht. Nach dem sogenannten „Sozialschutz-Paket“ greift für sechs Monate eine wesentlich vereinfachte Vermögensprüfung. Aufwendungen für Unterkunft und Heizung werden für die Dauer von sechs Monaten ab Antragstellung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Damit soll der Verbleib in der Wohnung erst einmal gesichert sein. Die Selbstständigkeit muss wie bisher beim Bezug von Leistungen nicht aufgegeben werden.

Notfall-Kinderzuschlag

Die Bundesregierung hat im Rahmen des Sozialschutz-Pakets die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag neu festgelegt. Familien, die Kurzarbeitergeld erhalten, selbstständig sind und derzeit keine oder verringerte Einnahmen haben, weniger Bezüge durch entfallene Überstunden haben oder derzeit Arbeitslosengeld oder Krankengeld beziehen, können einen Notfall-Kinderzuschlag von bis zu € 185,00 pro Kind erhalten. Zur Antragstellung genügt der Nachweis des aktuellen Einkommens im letzten Monat vor Antragstellung. Anträge und weitere Informationen unter  https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/notfall-kiz

Stand: 29. April 2020

Bild: yuriygolub - stock.adobe.com

Soforthilfen des Staates

Bund und Länder gewähren Einzelunternehmern, kleinen Unternehmen oder den Angehörigen der Freien Berufe umfangreiche Soforthilfen zur Sicherung ihrer Liquidität, wenn diese infolge der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. So zahlen die Behörden auf Antrag eine Einmalzahlung für drei Monate in Höhe von bis zu € 9.000,00 (für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten) bzw. von bis zu € 15.000,00 (für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten) zur Überbrückung akuter Liquiditätsengpässe aus. Anträge können bei den zuständigen Landesbehörden gestellt werden. Eine aktuelle Übersicht hält das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereit (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/Corona-Virus/unterstuetzungsmassnahmen-faq-04.html). Die Einmalzahlungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Doch was tun, wenn die Liquiditätsspritzen bei weitem nicht ausreichen?

Forderungsverkauf

Ein gängiger Weg zur Verschaffung von Liquidität ist der Verkauf von offenen Forderungen. Kleinbetriebe und Mittelständler können hier das sogenannte Factoring nutzen. Ein Factor kauft Forderungen an und bevorschusst diese bis zur Fälligkeit. Außerdem übernimmt er das Forderungsausfallrisiko. Auf diese Weise können Gelder, die in Forderungen gebunden sind, sofort verfügbar werden und die Liquidität stärken. Der Forderungsverkauf ist selbstverständlich nicht umsonst. Der Factor verlangt Gebühren bzw. wird die Forderungen je nach Bonität des Schuldners mit einem mehr oder minder großen Abschlag übernehmen. Ein Forderungsverkauf stellt sich in vielen Fällen allerdings noch günstiger dar als ein Lieferantenkredit.

Mezzanine-Kapital

Der Begriff Mezzanine bezeichnet im eigentlichen Wortsinn ein Zwischengeschoss zwischen dem Erd- und dem ersten Obergeschoss eines Gebäudes. Der Finanzfachmann verwendet diesen Begriff zur Bezeichnung von Finanzmitteln, die zwischen Eigen- und Fremdkapital angesiedelt sind. Mittelständische Unternehmen können folgende Mezzanine-Finanzierungen in Betracht ziehen: Nachrangdarlehen, stille Beteiligungen oder das Genussrechtskapital. Welche der Finanzierungsalternativen im Einzelfall angewendet werden kann, hängt u. a. von der Rechtsform des Unternehmens ab.

Stand: 29. April 2020

Bild: Christian Schwier - stock.adobe.com

Grenzpendler im Homeoffice

Arbeiten Grenzpendler bedingt durch die Corona-Krise von zu Hause aus, kann dies unter Umständen dazu führen, dass das Besteuerungsrecht für die Einkünfte vom Tätigkeitsstaat auf den Wohnsitzstaat überwechselt. Dies ist dann der Fall, wenn eine nach den Regelungen des jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) bestimmte Anzahl an Tagen unterschritten wird, an denen der Grenzpendler seine eigentliche Arbeitsstätte im Tätigkeitsstaat aufsuchen muss. Dies kann dann zu einem vollständigen oder teilweisen Wechsel des Besteuerungsrechts zwischen Wohnsitz- und Tätigkeitsstaat führen.

Unterschiedliche Regelungen

Nach dem DBA mit Frankreich ändert sich durch die zusätzlichen Homeoffice-Tage nichts an der vorgesehenen Aufteilung der Besteuerungsrechte. In den DBAs mit Luxemburg, den Niederlanden und Österreich kann ein erhöhtes Maß an Homeoffice-Tagen zu einer Änderung der Aufteilung der Besteuerungsrechte führen.

Bilaterale Vereinbarungen

Das Bundesministerium der Finanzen hat diverse bilaterale Sonderregelungen vereinbart, u. a. mit Luxemburg (BMF-Schreiben v. 6.4.2020 - IV B 3 - S 1301-LUX/19/10007:002). Mit Hilfe solcher Sondervereinbarungen wird ein ungewollter Wechsel des Besteuerungsrechts verhindert. Homeoffice-Tätigkeiten eines Grenzpendlers in dem Zeitraum, in dem ein Zuhause-Arbeiten von den Gesundheitsämtern empfohlen wird, werden so behandelt, als wäre der Grenzpendler der Arbeit wie gewohnt am eigentlichen Tätigkeitsort nachgegangen.

Stand: 29. April 2020

Bild: Alexander Lupin - stock.adobe.com

Corona-Krise

Stellt die Corona-Krise eine wertaufhellende oder eine wertbegründende Tatsache nach HGB-Recht dar? Von dieser Frage hängt es ab, ob aus den Auswirkungen der Corona-Krise bereits im Jahresabschluss 2019 entsprechende bilanzielle Konsequenzen zu berücksichtigen sind oder nicht. Entsprechende bilanzielle Konsequenzen wären z. B. die Vornahme von außerplanmäßigen Abschreibungen oder die Bildung von Rückstellungen. Eine Berücksichtigung der Corona-Krise als wertaufhellendes Ereignis wäre dann erforderlich, wenn sowohl die Ursachen der Ausbreitung als auch die wirtschaftlichen Folgen bereits vor dem Abschlussstichtag (i. d. R. 31.12.2019) gegeben waren, aber erst zwischen dem Abschlussstichtag und der Beendigung der Abschlussarbeiten bekannt geworden sind.

Corona als wertbegründendes Ereignis

Das Institut der Wirtschaftsprüfer kommt im fachlichen Hinweis (vom 4.3.2020) zu der Erkenntnis, dass die Corona-Krise kein zeitpunktbezogenes Ereignis darstellt. Zwar sind erste Infektionen bereits Anfang Dezember 2019 bekannt geworden. Die aktuellen wirtschaftlichen Auswirkungen sind aber erst im Januar 2020 eingetreten, sodass die Corona-Krise ein wertbegründendes Ereignis darstellt. Damit hat die Corona-Krise auf den Jahresabschluss 2019 keine Auswirkungen.

Stand: 29. April 2020

Bild: pfpgroup - Fotolia.com

Sonderzuwendungen

Viele Beschäftigte, insbesondere solche aus den systemrelevanten Bereichen, erhalten von ihren Arbeitgebern vielfach Sonderzulagen oder sonstige Beihilfen und Unterstützungen. Die Leistungen werden teilweise in Geld-, teilweise in Sachleistungen erbracht. Zusätzliche zum Arbeitslohn gewährte Geld- oder Sachleistungen stellen grundsätzlich einen steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn dar.

Ausnahme „Corona-Sonderleistungen“

Nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF, vom 3.4.2020) bleiben Sonderzahlungen anlässlich der Corona-Krise bis zu einem Betrag von € 1500,00 steuer- und sozialversicherungsfrei. Mit der Steuer- und Beitragsfreiheit der Sonderzahlungen will das BMF „die besondere und unverzichtbare Leistung der Beschäftigten in der Corona-Krise“ anerkennen, wie es in der Pressemitteilung heißt. Unter die Corona-Sonderregelungen fallen Geld- und/oder Sachleistungen, die Beschäftigte zwischen dem 1.3.2020 und dem 31.12.2020 erhalten.

Voraussetzung

Die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit ist an zwei Voraussetzungen geknüpft. Erstens müssen die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Und zweitens müssen die steuerfreien Leistungen im Lohnkonto gesondert aufgezeichnet werden. Andere Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen bleiben hiervon unberührt. Da in dem BMF-Schreiben nicht auf systemrelevante Berufe/Tätigkeiten Bezug genommen wird, kann die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit von allen Arbeitgebern bzw. Berufsgruppen in Anspruch genommen werden.

Stand: 29. April 2020

Bild: alphaspirit - Fotolia.com

Vermietet der Arbeitnehmer sein Homeoffice-Zimmer an den Arbeitgeber, ist nach dem BMF- Schreiben v. 18.4.2019, IV C 1 - S 2211/16/10003:005 für die Anerkennung des Mietverhältnisses u. a. Voraussetzung, dass das Homeoffice vorrangig im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers genutzt wird „und dieses Interesse über die Entlohnung des Arbeitnehmers sowie über die Erbringung der jeweiligen Arbeitsleistung hinausgeht“. Der Nachweis hierfür könnte in Corona-Zeiten allerdings leicht geführt werden, wenn nämlich wegen Betriebsschließung oder Quarantäne im Unternehmen kein geeigneter Arbeitsplatz mehr zur Verfügung gestellt werden kann. Darüber hinaus dürften in Corona-Zeiten Versuche des Arbeitgebers, entsprechende Räume von fremden Dritten anzumieten, regelmäßig erfolglos bleiben. Dann kann es durchaus im betrieblichen Interesse sein, dass der Arbeitnehmer trotzdem von zu Hause aus noch tätig ist. Ist das Mietverhältnis anzuerkennen, erzielt der Arbeitnehmer Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und kann alle Kosten seiner Wohnung anteilig als Werbungskosten gegenrechnen.

Stand: 29. April 2020

Bild: Eisenhans - Fotolia.com

Überlassung von Arbeitsmitteln und Ausstattung

Überlässt der Arbeitgeber zum Arbeiten von zu Hause aus seinen Mitarbeitern einen Computer und/oder ein Handy, ist die Überlassung einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 45 Einkommensteuergesetz/EStG). Auf den Umfang der Privatnutzung kommt es dabei nicht an (R 3.45 Lohnsteuerrichtlinien/LStR). Voraussetzung ist, dass die Geräte im Besitz des Arbeitgebers bleiben. Steuerfrei sind auch die vom Arbeitgeber gezahlten Mobilfunkgebühren und der Internet-Anschluss für die Privatwohnung. Nicht erforderlich ist, dass der Arbeitgeber zusätzlich zum bisherigen Arbeitslohn des Arbeitnehmers den Nutzungsvorteil gewährt.

Aufwendungsersatz

Ein steuerpflichtiger Sachbezug würde allerdings in der Erstattung der auf den Arbeitnehmer lautenden Rechnung für das Mobiltelefon/die Internetverbindung von zu Hause aus bestehen. Ebenso löst ein vom Arbeitgeber an die Mitarbeiter gezahlter pauschaler Bürokostenzuschuss für das Homeoffice Einkommensteuerpflicht aus.

Arbeitsmittel

Arbeitszimmerausstattung wie Schreibtisch, Bürostuhl usw. zählen nicht zu den Arbeitszimmerkosten und sind nicht auf den Höchstbetrag von € 1.250,00 anzurechnen. Die Arbeitszimmerausstattung stellt im Regelfall Werbungskosten dar. Ein Werbungskostenabzug durch den Arbeitnehmer für einen Schreibtisch und einen Stuhl ist auch im Fall einer bloßen Arbeitsecke im Wohnzimmer möglich.

Stand: 29. April 2020

Bild: lenets_tan - Fotolia.com

Kurzarbeitergeld

Viele Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer während der Corona-Krise Kurzarbeitergeld beantragen. Die Voraussetzungen für den Bezug wurden erheblich gelockert. Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 % der Beschäftigten einen Arbeitsausfall von mehr als 10 % haben. Und Arbeitgeber erhalten die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA). Außerdem kann Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer beantragt werden.

Anpassung der Lohnsteuer

Das während der Corona-Krise gezahlte Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 2a Einkommensteuergesetz-EStG). Das heißt, dass im Fall von angeordneter Kurzarbeit der Arbeitgeber die Lohnsteuer bei Arbeitnehmern automatisch an die Höhe des geminderten Gehalts anpassen muss.

Progressionsvorbehalt

Das Kurzarbeitergeld wirkt sich jedoch im Einkommensteuerveranlagungsverfahren bei der Ermittlung des maßgeblichen Einkommensteuersatzes für das Jahreseinkommen aus nichtselbstständiger Arbeit aus. Das heißt, der maßgebliche Steuersatz bemisst sich aus der Summe aus den sonstigen während des Jahres unter „normalen“ Umständen erzielten Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit und dem Kurzarbeitergeld (Progressionsvorbehalt, § 32b EStG).

Steuernachforderungen

Der maßgebliche Einkommensteuersatz bemisst sich also durch fiktive Hinzurechnung des Kurzarbeitergeldes zu den steuerpflichtigen Einkünften. Der sich dadurch ergebende höhere Steuersatz wird auf das  „Normaleinkommen“ (ohne das Kurzarbeitergeld) angewendet. Kurzarbeitergeldbezieher sollten sich daher bei der Einkommensteuerveranlagung 2020 auf Steuernachzahlungen einstellen. Denn der höhere Steuersatz wird nicht bereits beim laufenden Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber berücksichtigt, sondern erst bei der Einkommensteuerveranlagung durch das Finanzamt.

Stand: 29. April 2020

Bild: Ralf Geithe - stock.adobe.com

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Mai 2020

DWS-Gutachtendienst hilft in der Krise

DWS-Gutachtendienst hilft in der Krise

Die andauernde Pandemie stellt alle Bereiche vor große Herausforderungen. Dieser Trend macht auch vor Steuerberatungskanzleien keinen Anhalt. Viele Kanzleien werden mit unzähligen Anfragen kontaktiert und insbesondere die Beratung steht für viele Mandanten im Vordergrund. Der DWS-Gutachtendienst ist weiterhin einsatzbereit und steht Steuerberatern und Steuerberaterinnen unterstützend zur Seite. Mit unserer Hilfe lassen sich komplexe Sachverhalte auslagern. Dadurch werden Kapazitäten für andere Aufgaben frei.
April 2020

Corona-Krise

Die Auswirkungen der Pandemie bestimmen weiterhin unseren Alltag – auch Steuerberaterinnen und Steuerberater werden zur Unterstützung ihrer Mandanten momentan sehr stark eingespannt und vor neue Herausforderungen gestellt. Das DWS-Institut unterstützt Sie weiterhin mit dem DWS-Gutachtendienst. Schicken Sie uns Ihre Fragestellungen, damit wir Ihnen Arbeit abnehmen und etwas Luft verschaffen können.

Auch unsere Kollegen von der DWS Steuerberater Medien GmbH stehen Ihnen zur Seite.

So bietet der DWS-Verlag zahlreiche Merkblätter zu aktuellen Themen an: https://www.dws-verlag.de/produkte/produktkategorien/coronavirus.html

DWS-Online hilft Ihnen mit passenden Seminaren sowie aktuellen Webinaren zur Bewältigung der Krise. Zu den arbeitsrechtlichen Folgen steht Ihnen beispielsweise folgendes Seminar zur Verfügung: https://www.dws-steuerberater-online.de/katalog/produkt/1254

DWS-Wissenschaftspreis 2020 ausgeschrieben

Auch in diesem Jahr zeichnet das DWS-Institut eine wissenschaftliche Arbeit (vornehmlich Dissertation) auf den Gebieten des Steuerrechts, der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre oder der Finanzwissenschaften aus. Die Arbeiten werden vom Arbeitskreis „Steuerrecht“ begutachtet. Eingereicht werden können alle Arbeiten von Absolventen juristischer oder wirtschaftswissenschaftlicher Fakultäten, deren Verfahren an der Hochschule innerhalb der Zeit vom 1. August 2019 bis 31. Juli 2020 abgeschlossen ist. Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.dws-institut.de/wissenschaftspreis

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Mai 2020

Deutscher Steuerberaterkongress 2020

DEUTSCHER STEUERBERATERKONGRESS 2020

Aufgrund der Corona-Krise musste der DEUTSCHE STEUERBERATERKONGRESS abgesagt werden. Einzelne Teile stellt die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) mit dem heutigen Tag aber online zur Verfügung. 

In einer Videobotschaft gibt BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab Einblicke in die berufs- und steuerrechtlichen Entwicklungen, die den Berufsstand aktuell bewegen. Die ersten Sofortmaßnahmen der Bundesregierung lobt Schwab als wichtigen Startschuss, warnt aber auch vor ziellosem Aktionismus bei neuen Maßnahmen: „Man kann den Eindruck gewinnen, dass sich hier ein Flickenteppich von Fördermaßnahmen ausdehnt. Statt „Weiter so!“ ist es doch nun an der Zeit, echte Konzepte zu entwickeln, wie dieses Land zurück zur alten Stärke gelangt.“ Dies könne laut Schwab über eine Ausdehnung der Verlustverrechnung erfolgen. Denn die Deckelung auf 15 Prozent ziele an der unternehmerischen Realität vorbei.

Außerdem hebt Schwab hervor, dass es dringend an der Zeit sei, die Krisentauglichkeit des Unternehmenssteuerrechts auf den Prüfstand zu stellen. Mit vereinzelten Instrumenten hilft die Politik den Unternehmen nicht aus der Krise, hier ist Systematik gefordert. Eine sogenannte negative Gewinnsteuer ist für Schwab zumindest als temporär eingesetztes Instrument denkbar: „Die Gemeinschaft würde nicht länger nur von unternehmerischen Gewinnen profitieren, sondern sich auch an unternehmerischen Verlusten beteiligen müssen. Es käme die vielzitierte Idee des Staats als „stiller Teilhaber“ zum Tragen. Ein solches Instrument könnte ggf. mit einer rückwirkenden Steuersenkung implementiert werden.“

Die Videobotschaft dreht sich aber nicht nur um das Steuerrecht in der Corona-Krise. Schwab geht auch auf weitere Herausforderungen ein, wie die Anzeigepflichten für grenzüberschreitende Steuergestaltungen und das Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen die Vorbehaltsaufgaben der Steuerberater.

Als Highlight der digitalen Fachinformationen richtet Bundesfinanzminister Olaf Scholz eine Videobotschaft an den Berufsstand. Er gibt u. a. Einblick in die Pläne der Bundesregierung zur Modernisierung der Körperschaftsteuer. Zudem nimmt BFH-Präsident Prof. Dr. h. c. Rudolf Mellinghoff in seinem digitalen Grußwort u. a. zu den Fördermaßnahmen der Bundesregierung Stellung. Er fragt, ob einzelne Sofortmaßnahmen den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen entsprechen, denn auch eine partielle Steuerfreistellung wäre nicht ohne gesetzliche Grundlage möglich. Schließlich beschäftigt er sich mit dem vorrangigen Handlungsbedarf im Steuerrecht, fordert ein Sanierungssteuerrecht und schlägt vor, dass die neuen Arbeitsformen wie Home-Office, Video- und Internetnutzung durch realitätsgerecht bemessene Pauschbeträge angemessen berücksichtigt werden sollten.

Die BStBK stellt zudem die Skripte der Referenten mit wertvollen Praxishinweisen zu aktuellen Themen auf der Kongress-Website zur Verfügung. Das E-Book enthält die Vortragsunterlagen der Experten, die zum DEUTSCHEN STEUERBERATERKONGRESS als Referenten eingeladen waren. Es ist für alle Berufsträger kostenlos zugänglich und kann über die Zugangsdaten, die bei der BStBK und den Steuerberaterkammern abgefragt werden können, heruntergeladen werden.

Alle Formate sind ab heute unter www.deutscher-steuerberaterkongress.de verfügbar.

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) vertritt als gesetzliche Spitzenorganisation die Gesamtheit der bundesweit rund 99.000 Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften. Neben der Vertretung des Berufsstandes auf nationaler und internationaler Ebene wirkt die BStBK an der Beratung der Steuergesetze sowie an der Gestaltung des Berufsrechts mit. Sie fördert außerdem die berufliche Fortbildung der Steuerberater und die Ausbildung des Nachwuchses.

April 2020

Corona-Krise: Weitere Maßnahmen zum Schutz von Unternehmen erforderlich

Die Corona-Krise ist ein Stresstest für die deutsche Wirtschaft und stellt somit auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer vor große Herausforderungen. Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) fordern demnach in ihrem gemeinsamen 9 Punkte-Plan an das Bundesfinanzministerium zusätzliche steuerliche und verfahrensrechtliche Maßnahmen, die Unternehmen, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer unterstützen.

Das Bundesfinanzministerium brachte zwar bereits erste steuerliche Maßnahmen auf den Weg, BStBK und WPK sehen aber noch akuten Handlungsbedarf und fordern weitere Schritte:

Meldepflichten und Strafzahlungen zeitlich befristet aussetzen

BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab: „Die Unternehmen haben Existenzängste und unser Berufsstand arbeitet aktuell am Limit, um allen Pflichten und Fristen nachzukommen. Für uns ist es unverständlich, warum die Bundesregierung weiterhin bspw. an Meldepflichten für grenzüberschreitende Steuergestaltungen und an Sanktionen bei nicht eingehaltenen Fristen festhält. Es ist zwingend erforderlich, diese Pflichten und Strafzahlungen bis auf Weiteres auszusetzen, um Berufsstand und Unternehmen zu entlasten.“

Bundesweite Stundung der Lohnsteuer

Positiv bewerten die beiden Organisationen, dass die Bundesregierung Unternehmen Steuerstundungen ermöglicht. Sie können bspw. die Einkommen- und Körperschaftsteuer stunden lassen. Dies greift aber zu kurz, denn eine bundeseinheitliche Regelung zur Lohnsteuerstundung ist bislang nicht geplant „Es darf bei der Umsetzung von Steuerstundungen keinen Flickenteppich geben: Wir fordern hier eine bundesweit einheitliche Lösung für die Stundung der Lohnsteuer, um die Zukunft aller Unternehmen zu sichern,“ so Schwab.

Bisherige Regelung für Verlustverrechnung lockern

Um Unternehmen schnell und unbürokratisch die benötigte Liquidität zu verschaffen, ist es notwendig, die in der Krise entstanden Verluste mit den Gewinnen aus den Vorjahren verrechnen zu können. Die schnellste und effektivste Lösung ist, wenn die zuletzt gezahlte Steuer auf bereits erzielte Gewinne mit formlosem Antrag umgehend erstattet würde. Schwab: „Wir fordern, den Zeitraum für den Verlustrücktrag von einem auf zwei Jahr zu verlängern und den Umfang des Rücktrags auf 4.000.000 Euro zu erhöhen. Das Bundesfinanzministerium sollte diesen Handlungsbedarf erkennen und das Thema zeitnah angehen.“

Keine nachteiligen Auswirkungen auf Steuererleichterungen

In bestimmten Fällen können Unternehmen Steuervorteile bspw. für geplante Investitionen erhalten, müssen diese aber auch in einem bestimmten Zeitraum umsetzen. In der aktuellen Corona-Krise müssen Unternehmen aber vermehrt bereits geplante Investitionen verschieben, um sich wirtschaftlich „über Wasser zu halten“. Schwab: „Dieser Aufschub ist nicht freiwillig, sondern existenziell. Daraus dürfen für die Unternehmen keine steuerlichen Nachteile entstehen, auch wenn sie für die geplanten Investitionen vorab Steuererleichterungen erhalten haben.“

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind gleichermaßen erste Ansprechpartner der Unternehmen für alle Fragen rund um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Die genannten Forderungen verschaffen Berufsstand und vor allem Mandanten mehr Handlungsspielraum, um die Krise zu meistern.

Der komplette 9 Punkte-Plan von BStBK und WPK ist unter www.bstbk.de/de/themen/steuerrecht-und-rechnungslegung/weitere-steuerthemen verfügbar.

Berufsstatistik 2019: Steuerberater weiterhin auf Erfolgskurs

Das Interesse am Beruf des Steuerberaters ist ungebrochen – das zeigt die aktuelle Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer (BStBK). 2019 stieg die Zahl der Mitglieder in den Steuerberaterkammern bundesweit auf insgesamt 98.955, ein Zuwachs von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab: „Wir freuen uns über den kontinuierlichen Zuwachs im Berufsstand. Mit seinem bunten Strauß vielfältiger Tätigkeiten ist der steuerberatende Beruf auch für junge Menschen attraktiv und kann sich am Arbeitsmarkt behaupten. Das zeigen die 1.302 neu zugelassenen Berufsträger.“

Laut der aktuellen Berufsstatistik ist die Steuerberaterkammer München mit 12.617 Berufsträgern wie auch im Vorjahr die mitgliederstärkste Steuerberaterkammer – gefolgt von den Steuerberaterkammern Düsseldorf mit 9.556 und Hessen mit 8.791 Mitgliedern. Zudem begeistern sich immer mehr Frauen für den steuerberatenden Beruf: Die Frauen-Quote kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent auf 36,8 Prozent. 2019 waren in Deutschland 32.566 Steuerberaterinnen tätig.

Auch die Syndikus-Steuerberater stehen weiterhin hoch im Kurs. Ihr Anteil nahm im Jahr 2019 um 6,1 Prozent zu. „Dieser Aufwärtstrend zeigt, unser Engagement für die Syndikus-Steuerberater trägt Früchte. Aus unserer Sicht wird sich dieser Erfolgskurs mit der wachsenden Bedeutung der vereinbaren Tätigkeiten in der digitalisierten Arbeitswelt weiter fortsetzen. Für Berufseinsteiger kann die Syndikus-Tätigkeit ein erfolgversprechendes Sprungbrett in die Selbstständigkeit sein“, so Schwab. Im Berufsstand sind 68,6 Prozent selbstständig und 31,4 Prozent als Angestellte tätig.

Zusätzlich zur wachsenden Relevanz der vereinbaren Tätigkeiten zeigt sich in der Berufsstatistik 2019 auch die hohe Bedeutung von Zusatzqualifikationen. Fast ein Viertel des Berufsstandes ist auch als Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt oder vereidigter Buchprüfer zugelassen. Der Anteil der Fachberater für Internationales Steuerrecht unter den Steuerberatern stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent sowie der Anteil der Fachberater für Zölle und Verbrauchersteuern sogar um 30,4 Prozent.

Die komplette BStBK-Berufsstatistik ist verfügbar unter www.bstbk.de/de/presse/pressemitteilungen.

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