Dr. Ruben Martini mit DWS-Förderpreis ausgezeichnet

01.12.2015

Dr. Ruben Martini gewinnt mit seiner Dissertation "Der persönliche Körperschaftsteuertatbestand - Eine rechtsvergleichend-historische Analyse der Bestimmung von eigenständig steuerpflichtigen Personenvereinigungen" den Förderpreis des Deutschen wissenschaftlichen Instituts der Steuerberater e.V. (DWS-Institut). Dr. Raoul Riedlinger, Vorsitzender des DWS-Instituts und Präsident der Bundessteuerberaterkammer, hat die Auszeichnung auf dem diesjährigen DWS-Symposium am 30. November 2015 in Berlin verliehen.

Dr. Martini untersucht in seiner Arbeit rechtsvergleichend aufgrund welcher Merkmale Gesellschaften eigenständige Körperschaftssteuersubjekte werden - und wann sie transparent bleiben. Methodisch nähert sich der Preisträger seiner Untersuchung durch den Vergleich gesetzlicher Regelungen in Deutschland, der Niederlande und den USA. Dabei wird auch die jeweilige Rechtsentwicklung mit einbezogen. Zugleich wird der Funktionszusammenhang zwischen steuerrechtlichen Mechanismen und dem Gesellschaftsrecht als Kollisionsrecht analysiert.

Die Studie nimmt ihren Ausgang in Textvergleich und Funktionalismus, um dann neue, innovative Wege zu beschreiten, indem ein Ansatz der Steuerrechtsvergleichung entwickelt wird, der sich quantitativ-formelbasierter Elemente bedient. Eine Elastizitätsanalyse unterstützt den herkömmlichen Typenvergleich.

Die Arbeit von Dr. Martini hat die Jury überzeugt, denn sie ist ein wichtiger Beitrag zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Sie liefert mit ihrem mehrdimensionalen Rechtsvergleich und der Entwicklung einer zahlenbasierten rechtsvergleichenden Methodik gleich zwei Innovative Ansätze. Darüber hinaus setzt sie einen wichtigen rechtspolitischen Impuls. Sie zeigt auf, wie die innerstaatlichen deutschen Regelungen über die unbeschränkte Körperschaftssteuerpflicht reformiert werden könnten.

Mit dem Förderpreis wird jährlich eine hervorragende wissentschaftliche Abschlussarbeit aus den Gebieten des Steuerrechts, der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre oder der Finanzwissenschaft ausgezeichnet. Eine an die Dissertation angelehnte Arbeit wird im Verlag des wissenschaftlichen Instituts der Steuerberater GmBH, Berlin (DWS-Verlag), veröffentlicht.


Dr. Raoul Riedlinger und Dr. Ruben Martini

DWS-Institut veranstaltete Symposium „Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) – Ein Thema für den Mittelstand“

01.12.2015

Das Deutsche wissenschaftliche Institut der Steuerberater (DWS-Institut) veranstaltete am 30. November 2015 sein alljährliches Symposium. Es widmete sich dem Thema „Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) – Ein Thema für den Mittelstand“.

Der Vorstandsvorsitzende des DWS-Instituts und Präsident der Bundessteuerberaterkammer Dr. Raoul Riedlinger, eröffnete das Symposium.

Anschließend stellten Prof. Dr. Ekkehart Reimer, Mitglied des wissentschaftlichen Arbeitskreises „Steuerrecht“ und Dr. Martin Heyes, Preisträger des DWS-Förderpreises 2013, einzelne Maßnahmen des BEPS-Aktionsplanes vor und erläuterten deren Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand.

Die vorgestellten Maßnahmen wurden in der von Prof. Dr. Roman Seer, Vorstandsmitglied des DWS-Instituts und Vorsitzender des wissentschaftlichen Arbeitskreises „Steuerrecht“, moderierten und mit namenhaften Experten besetzten Podiumsdiskussion ausführlich erörtert und mit dem Publikum diskutiert.

Es wurde deutlich, dass das Bestreben der OECD, eine faire Verteilung der Steuerlast für Unternehmen aller Größenklassen wiederherzustellen, aus Sicht der kleinen und mittleren Unternehmen des deutschen Mittelstands (KMU) zu begrüßen sei. Die Umsetzung einiger Maßnahmen dürfe aber für mittelständische Unternehmen nicht zu einem signifikanten administrativen Mehraufwand und damit verbundenen erhöhten Compliance-Kosten führen.

Alle Diskussionsteilnehmer waren sich jedoch einig, dass die Erhöhung der Transparenz durch die geplanten Berichtspflichten der Steuerpflichtigen und den Informationsaustausch zwischen den Finanzverwaltungen der verschiedenen Länder zum Erfolg des BEPS-Projektes beitragen wird.

Fazit des Symposium war es, dass der Gesetzgeben bei der Umsetzung des BEPS-Aktionsplanes mit Augenmaß vorgehen und die Auswirkungen auf den heimischen Mittelstand berücksichtigen sollte.

Neben Prof. Reimer und Dr. Heyes diskutierten Prof. Seer, Ministerialdirigent Martin Kreienbaum, Leiter der Unterabteilung Internationales Steuerrecht im Bundesminsiterium der Finanzen und Prof. Dr. Wolfram Scheffler von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Mitglied des wissentschaftlichen Arbeitskreises „Steuerrecht“ auf dem Podium.


Von links nach rechts: Prof. Dr. Ekkehart Reimer, Ministerialdirigent Martin Kreienbaum, Dr. Martin Heyes, Prof. Dr. Roman Seer, Dr. Raoul Riedlinger und Prof. Dr. Wolfram Scheffler.

Deutsches wissenschaftliches Institut der Steuerberater e.V.

Für gebündelte Kompetenz im Zentrum Berlins sorgen das Deutsche wissen-
schaftliche Institut der Steuerberater e.V. (DWS-Institut), der Verlag des wissen-
schaftlichen Instituts der Steuerberater GmbH
und die DWS Steuerberater-Online-GmbH. Sie alle haben ihren Sitz im Humboldt Carré am Gendarmenmarkt im Herzen Berlins.

Die Gründung des Deutschen wissen­schaft­lichen Instituts der Steuer­berater geht auf das Jahr 1963 zurück. Das DWS-Institut unterstützt die Steuer­beraterinnen und Steuerberater bei der täglichen Berufspraxis. Es führt Fortbildungs­veranstaltungen durch, gibt Fachschriften heraus und informiert durch Gutachten und Auskünfte zu konkreten steuer­recht­lichen Zweifels­fragen und Problemen.

Ordentliche Mitglieder des DWS-Instituts sind die Bundes­steuer­berater­kammer und alle 21 regionalen Steuerberater­kammern. Daneben können auch Steuerberater und natürliche Personen, die auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft, der Betriebs­wirtschafts­lehre oder der Finanz­wissen­schaft tätig sind, als ordent­liche Mit­glieder auf­genommen werden.

Unterstützt wird das Institut bei diesen Aufgaben von seinen wissen­schaft­lichen Arbeits­kreisen „Steuer­recht“ und „Berufs­recht“, die Stellung­nahmen zu den für die Berufs­praxis relevanten Grund­satz­fragen des deutschen Steuer­rechts sowie des Berufs­rechts der Steuer­berater erarbeiten. Auf dem jährlichen Symposium stellt das DWS-Institut ein steuer­recht­liches Thema der Fach­öffent­lich­keit vor. Auch zu aktuellen Themen und Tendenzen des Berufs­rechts veran­staltet das Institut einmal im Jahr eine wissen­schaft­liche Fachtagung.

Die aktuellen steuer­recht­lichen Themen und die Ergeb­nisse des Symposiums greift das DWS-Institut in einer Schriftenreihe auf.

 

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Publikationen

27. April 2015
Zukunft der Erbschaft- und Schenkungsteuer
23. April 2015
DWS-Jahresbericht 2014