Der DWS-Wissenschaftspreis, mit dem jährlich hervorragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus den Gebieten des Steuerrechts, der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre oder der Finanzwissenschaften geehrt werden, wird für das Jahr 2020 an Herr Dr. Johannes Stößel mit seiner Dissertation „Vorsteuerabzugsprobleme innerhalb von Konzernstrukturen“ verliehen. Indem Herr Dr. Stößel in seiner Arbeit das komplexe Problem des Vorsteuerabzugs im Konzern aufgreift und systematisch Verstöße gegen das Neutralitätsprinzip der Umsatzsteuer untersucht, befasst Herr Dr. Stößel sich mit der Fortentwicklung in einem praktisch sehr relevanten, beratungsintensiven Teilrechtsgebiet. Die Arbeit stellt eine gelungene Mischung aus steuersystematischer und betriebswirtschaftlicher Analyse dar mit überzeugenden, klarsichtigen Resultaten. Die dabei herausgearbeiteten Lösungen richten sich sowohl an die Rechtsprechung als auch an den Gesetz- und Richtliniengeber bei der Ausgestaltung der Umsatzbesteuerung. Die Arbeit zeigt auf, dass der Unternehmerbegriff des deutschen Umsatzsteuergesetzes nach wie vor nicht vollständig mit der europarechtlichen Mehrwertsteuersystemrichtlinie übereinstimmt und dass Vorsteuerabzugsprobleme innerhalb von Konzernstrukturen bei allen materiellen Voraussetzungen des Vorsteuerabzugs entstehen können. Die Umsatzsteuer ist aktuell unnötig komplex und stellt einen wirkungsvollen Kostenfaktor für Unternehmen dar. Ein wichtiger Hinweis für die Praxis, denn tatsächlich betreibt die Mehrheit der Unternehmen keine Umsatzsteuerplanung.