DWS-Institut: Grundlegende Reform der Erbschaftsteuer in Angriff nehmen

11. Dezember 2006

Das Deutsche wissenschaftliche Institut der Steuerberater hat anlässlich seines Symposiums 2006 am 11. Dezember in Berlin deutlich gemacht, dass der Gesetzgeber eine Reform der Erbschaftsteuer unter Berücksichtigung des zu erwartenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts zeitnah und umfassend in Angriff nehmen muss. Unternehmer und ihre Steuerberater brauchen nachhaltige Rechtssicherheit, um die Nachfolge im Unternehmen optimal zu gestalten und damit für den langfristigen Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen zu sorgen.

Der Regierungsentwurf eines „Gesetzes zur steuerlichen Erleichterung der Unternehmensnachfolge“ vom 25. Oktober 2006 enthält begrüßenswerte Ansätze, wird jedoch dem Anspruch, die Unternehmensnachfolge zu erleichtern, nur zum Teil gerecht. So führt beispielsweise die vorgeschlagene Abgrenzung von produktiven und nicht produktiven Betriebsvermögen zu einer weiteren Verkomplizierung und zur Ausgrenzung ganzer Branchen. Darüber hinaus ist die vorgesehene Verpflichtung, den Betrieb über zehn Jahre unverändert fortzuführen, realitätsfremd und mit komplizierten Überwachungs- und Meldepflichten verbunden.

„Das im Regierungsentwurf vorgesehene Stundungs- und Abschmelzungsmodell könnte den Weg in die richtige Richtung weisen“, so der Vorsitzende des DWS-Instituts Dr. Klaus Heilgeist in Berlin, “sinnvoll wäre jedoch eine umfassende Reform der Erbschaftsteuer, andernfalls bleibt auch das Stundungs- und Abschmelzungsmodell ein steuerliches „Stückwerk“.

Unterlagen zum DWS-Symposium sind abrufbar unter www.dws-institut.de im Menüpunkt „Presse“.
 

Das Deutsche wissenschaftliche Institut der Steuerberater e.V. (DWS-Institut) ist das Fachinstitut der Bundessteuerberaterkammer. Neben der wissenschaftlichen Publikationstätigkeit führt das Institut Fortbildungsveranstaltungen für Steuerberater durch, informiert durch Auskünfte und Gutachten zu konkreten steuerrechtlichen Fragen und bietet einen Archivdienst an. Ein wissenschaftlicher Arbeitskreis, der
Stellungnahmen zu den für die Berufspraxis relevanten Grundsatzfragen des deutschen Steuerrechts erarbeitet, unterstützt das Institut. Der DWS-Förderpreis wird seit 1999 verliehen.